GESCHICHTEN - 2 -



Jahrhundertprojekt Optimierte Demokratie 2.34

Die Atommeiler in Beznau wurden gegen den Willen von Betreibern und Politik im Jahr 2020 wegen grossem politischem Druck vom Netz genommen. Mit viel Glück hatte es keinen Super-Gau, sondern nur kleinere und mittlere Zwischenfälle gegeben, welche Lebensräume, Trinkwasser und Lebensmittel nicht schlecht kontaminierten, aber nur so stark, dass Betreiber und Behörden die Verstrahlung noch vertuschen, Grenz-
werte hastig erhöhen und grassierende Krankheiten auf andere Ursachen schieben konnten.

2022 passierte im AKW Gösgen ein grosser Unfall wegen unterlassenen Investitionen und Überalterung, der nicht vertuscht werden konnte. Ein riesiges Gebiet vom Osten des Kantons Solothurn bis über den Bodensee hinaus wurde verstrahlt und musste sofort evakuiert werden. Die Gewässer waren tot und kontaminiert. Trinkwasserversorgungen brachen zusammen, landwirtschaftliche Produkte wurden selten und teuer. Die Margen der Trinkwasser-, Babymilchpulver- und Fertignahrungskonzerne explodierten. Hunderte vom grossen Unfall Betroffene starben sofort oder in den kommenden Jahren, Tausende waren nachhaltig geschädigt, Zehntausende obdachlos und auf der Flucht.

Für die Aufräumungs- und Dekontaminierungsarbeiten wurden Terrorismusverdächtige, abgewiesene und straffällig gewordene Asylbewerber und in der Schweiz ansässige Ausländer, die arbeits- oder obdachlos waren oder Delikte begangen hatten, vor ihrer Ausweisung in die verstrahlten Gebiete geschickt, wo sie in Baracken wohnten. Viele Schweizer freuten sich darüber, dass man damit mehrere Probleme auf einmal
lösen konnte.

Obdachlose, arbeitslose und sogenannt renitente Schweizer wurden in die zahlreichen Bunker in den Alpen interniert, wo sie in den gesundheitsschädigenden Düngerfabriken der chemischen Industrie arbeiten
mussten und neue Medikamente, chemische Keulen und leistungssteigernde Substanzen an ihnen aus- probiert wurden. Die digitale und physische Überwachung übernahm eine von Rechtspolitikern gegründete private Firma. Industrieunternehmen verliessen die Schweiz, neu angesiedelte Betriebe mit sehr kleinen Belegschaften und die Bunker konnten die Massen der Entlassenen nicht aufnehmen. So wurden viele Schweizer in die verstrahlten Gebiete strafverlegt und die Todesstrafe, von den Konservativ-Liberalen schon lange mit Nachdruck gefordert, wurde für viele Delikte eingeführt.

Nach der 2016 diskret über die Bühne gegangenen Unterzeichnung des Dienstleistungsabkommens TISA
und seiner Bestätigung durch das Parlament wurden in rassigem Tempo Sozialstaat, Gewerkschaften und Konsumentenschutz-Organisationen sowie die Steuern für die Reichen und Unternehmen abgeschafft, die staatlichen Aufgaben eine nach der anderen privatisiert. Die herkömmliche Politik und die Gerichte durften immer weniger Entscheide fällen und nur solche, die Unternehmensfreiheit und Gewinnoptimierung in
keiner Weise einschränkten. Liberale, Sozialliberale und Grüne, die an Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten festhalten wollten, wurden allmählich in die Schranken gewiesen und durften ihren edlen Steckenpferden nur noch in virtuellen Räumen nachgehen.

Nach der Privatisierung des öffentlichen Verkehrs 2024 wurden die Verkehrsverbindungen in Randregionen eingestellt und die Anlagen ins Ausland verkauft. Die Filetstücke befriedigten noch ein paar Jahre die hohen Gewinnerwartungen der Konzerne, als grössere Investitionen anstanden, wurden auch sie aufgegeben.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebte und arbeitete 2034 in besonderen Zonen, die ein Viertel der bewohnbaren Fläche ausmachten, in sehr kleinen Wohnungen, mit tiefen Löhnen und hohen Kosten. Die Arbeitskräfte wurden mit Bussen zu den häufig wechselnden Arbeitsplätzen in den Zonen gefahren und durften diese nur mit Sonderbewilligung verlassen. Die neuen Atomkraftwerke befanden sich ebenfalls
in diesen Zonen.

Zwanzig Prozent der Bevölkerung lebte und arbeitete in mehr oder weniger guten Arbeits- und Wohnbedingungen und genoss Mobilität auf einem gut ausgebauten und unterhaltenen Strassen- und Autobahnnetz und eine gute Versorgung mit Lebensmitteln, Waren, Kultur, Unterhaltung, Freizeit- und Fitnessaktivitäten. Verarmte Mittelständler wurden in die Zonen eingewiesen.

Die wenigen Superreichen lebten in von Privatmilizen und teuerster Software bewachten, riesigen Luxus- resorts mit eigener Versorgung hinter hohen Mauern und Stacheldraht. Die Föderation der Privatmilizen trainierte ihre Truppen auf grosszügig ausgebauten Waffenplätzen.

Die privaten Bildungsinstitute schufen koordiniert den „neuen glücklichen, begleiteten und geförderten Menschen“. Die Bewohner der besonderen Zonen durften mindestens die Grundschule besuchen,
bekamen einen Überwachungs-Chip unter die Haut und waren 24 Stunden von Kameras und Bewe- gungsmeldern begleitet.

Mit dieser Entwicklung war die Schweiz kein Sonderfall und im weltweiten Trend. Die Politiker und Unternehmer wurden nicht müde, die grosse Freiheit, die offene Gesellschaft, die engen Beziehungen zwischen Wirtschaft, Politik und Bürgern, die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, die Effizienz der privati-
sierten Behörden, die Optimierung der Demokratie und den hohen Lebensstandard in der Schweiz zu
loben.

© Text und Fotos Damian Bugmann 2016












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GESCHICHTEN -3-           



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Seid wachsam, wehrt euch!
TISA und TTIP

Betreffend der neusten Freihandels- und Dienst-leistungsabkommen herrscht GRABESRUHE, als ob sie nicht
vor der Türe stünden.


Die bürgerlichen Medien berichten nichts oder nur ganz spärlich darüber. Dabei wird durch TISA, TTIP etc. die jetzt herrschende  SCHEIN-DEMOKRATIE (in der mindestens theoretisch mitbestimmt werden könnte, wäre die Mehrheit der Leute nicht durch Manipulation, Ablenkung und Propaganda geblendet) in vielen Bereichen zur UNWIEDER-RUFLICHEN MONARCHIE des Finanz-Hochadels.

Die TISA-Absegnung durch National- und Ständerat soll Ende 2016 klammheimlich stattfinden.

(c) Damian Bugmann 2015

           Siehe auch:
fiktiver Bericht links,   Neujahrsansprache unten
                
               und   Link   STOP TISA


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Vizeweltmeister hinter Delaware

Neujahrsansprache von Kuhli Laueri, Präsident der Schweiz, langjähriger Bundesrat und Finanzminister, nach seinem Präsidialjahr von den grössten in der Schweiz tätigen Unternehmen zum Präsidenten der Schweiz gewählt und entschädigt.

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir stehen an einem Höhepunkt der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Die vergangenen Jahre standen im Zeichen der Konsolidierung der inneren Sicherheit, der nachhaltigen Steigerung des Wachstums und der Erhaltung von Arbeitsplätzen.

Als geniale Massnahme erwies sich nach der Einführung von TISA die Privatisierung der öffentlichen Betriebe, der Gefängnisse, von Polizei und Armee, der Bildung, des Parlaments, der eidge-nössischen Departemente und der Gerichte aller Stufen. Wir wussten es schon lange, Unternehmen der Privatwirtschaft arbeiten effizienter und können diese Dienste besser und kostengünstiger ausführen, waren aber vorerst noch mit Widerstand konfrontiert, konnten aber die absolut verständlichen Vorurteile schnell abbauen und Vertrauen schaffen.

Auch bei den internationalen Finanzdienstleistungen kamen wir sensationell vorwärts und konnten uns in der obersten Liga als Vizeweltmeister hinter Delaware platzieren. Der Erfolg entwickelte sich nicht ganz reibungslos, Goldman Sachs aber konnte mehrere Klagen wegen Ruf- schädigung und entgangenen Gewinnen vor einem von Nestlé und UBS gestellten Schiedsgericht gegen moralisierende Medien und Gegner des Finanzplatzes Schweiz in Serie für uns gewinnen.

Die Rüstungsindustrie erlebte mit Unterstützung eines Schieds-gerichts von Ruag und Novartis einen Boom, der einen grossen Beitrag zur Arbeitsplatzsicherheit leistet. Dass es mehr bewaffnete Konflikte im Ausland gibt, erweist sich einmal mehr als Vorteil für unseren Wohlstand und unsere Sicherheit. Waffenexporte in Konfliktgebiete oder an Waffen-börsen in der Nähe dieser Gebiete sind für uns eminent wichtig, und wenn wir nicht liefern, tun es andere. Auch hier ist es von grosser Wichtigkeit, im Wettbewerb mit anderen Mitbewerbern die Nase vorn zu haben. Einen weiteren Vorteil erkennen wir darin, dass mehr Zivilisten dabei auf der Strecke bleiben und wir hier mit wesentlich weniger Flüchtlingen fertig werden müssen. Ein Umstand, der auch mithilft, unsere Kosten zu senken.

Wir danken Ihnen, liebe Mit- bürgerinnen und Mitbürger, für euren konstruktiven Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität. Unseren geschätzten Gross-unternehmen entbieten wir ein herzliches Dankeschön für ihren selbstlosen Einsatz für die innere Sicherheit und die Arbeitsplatz-sicherheit im vergangenen Jahr und wünschen allen ein innovatives Neues Jahr!

© Damian Bugmann 2016